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Chieming's Historie

Bodenfunde beweisen, daß die Römerstraße Salzburg - Augsburg auch durch Chieming führte.

Aus dem 3. Jahrhundert n.Chr. stammen drei, dem Seegott Bedaius geweihte, römische Altarsteine, die im Glockenhaus der Pfarrkirche aufbewahrt werden.

Das ehemalige "Denglhamer Anwesen" wurde mit viel Mühe und Liebe restauriert und dient heute als Heimathaus. Kulturelle Veranstaltungen bringen Leben in den Gewölbesaal.

 


Siedlungsgeschichte von Chieming

Der Freundeskreis Heimathaus Chieming e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, die frühe Siedlungsgeschichte der Gemeinde Chieming zu erforschen, Gegenstände aus dieser Zeit zu sammeln und diese in einer ständigen Ausstellung zu zeigen. So wurden in den vergangenen 5 Jahren eine Vielzahl wertvoller Funde von der Frühbronzezeit um 2.200 v. Chr. bis zur Spätlatenezeit ca. 200 v. Chr. und römische, germanische und bayuwarische Stücke aus dem 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr. zusammengetragen. Die wichtigsten Exponate sind jetzt in den drei Nieschen des Gewölbesaales im Heimathaus ausgestellt. Dies alles kann man bei Veranstaltungen und bei den im Sommer statfindenden historischen Dorfführungen, jeweils am Donnerstag ab 10 Uhr im Heimathaus besichtigen.

Diese Funde belegen, daß Chieming auf eine lange Siedlungsgeschichte zurückblicken kann. Die günstige Lage am See mit seinem Fischreichtum, hochgelegene Ackerflächen, Wälder und Auen lieferten die Nahrungsgrundlagen. Die Anfänge liegen wohl schon in der Steinzeit. Die ältesten Zeugnisse au der Frühbronzezeit um 2.200 v. Chr. sind die Bronzegußkuchen, geviertelt oder in Bruchstücken, die die Grund- lage für die Weiterverarbeitung in Gebrauchs- und Ziergegenstände waren.

Die Ösenringkragen und Spangenbarren waren handelbare Werteinheiten für den Tauschhandel aus denen dann Werkzeuge wie Messer, Sicheln (Ackerbau), Äxte (Lappenbeil) und Ziergegenstände, wie Gewandnadeln, Fibeln und reich verzierte Armringe gefertigt wurden. Diese Dinge gab man den Toten bei der Feuerbestattung mit und sind uns in den Urnengräbern erhalten geblieben. Aber auch guterhaltene Arm- und Fußringe in Raupenform wurden als Tribut an einem Quellheiligtum geopfert. Die Zeugnisse aus der Römerzeit sind noch vielfältig erhalten. Durch die vorbei- führende Römerstraße, von Salzburg nach Augsburg, sind in unserem Gemeindegebiet zahlreiche Gutshöfe nachgewiesen, die zur Versorgung der Truppen einge richtet wurden.

Auf diesen Plätzen wurden Münzen aus der Zeit von 14 – 379 n. Chr. gefunden. Zier- und Gebrauchsgegenstände, wie viele verschiedene Fibeln, Beschläge usw. aus Bronze sind erhalten. Reichverzierte Terrasigilatascherben bezeugen den Lebensstiel der höhergestellten Bewohner oder Soldaten. Das eindruckvollste Zeugnis aus römischer Zeit sind aber die drei Weihesteine, die im Glockenturm der Pfarrkirche eingemauert sind. Zwei von ihnen sind dem keltischen Wassergott „Bedaius“ und einer den erhabenen Alaunen geweiht, die aus der 1.Hälfte des 3. Jahrhunderts nach Christus stammen.

 

Eine regionale Kirchenkarte "Kirchen. Klöster. Kapellen" können Sie hier herunterladen. Sie enthält 94 Kirchen, Klöster und Kapellen aus der Chiemsee-Region und bietet Vorschläge für 17 "Runden" für besondere Ausflüge und zu Orten zum Entschleunigen.

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