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Die Geschichte der Chieminger Sommerfrische

Die Sommerfrische in Chieming hat bereits vor 1900 begonnen.

Die Entwicklung der Sommerfrische in Chieming

Zuerst waren es die sogenannten besseren Herrschaften, wie Beamte, Künstler darunter auch die Maler, die unsere Landschaft und den See für ihren Sommeraufenthalt aufsuchten. Sie reisten mit der Eisenbahn bis Traunstein und per Stellwagen nach Chieming, oder bis Prien wo sie mit dem Dampfer in Chieming anlegten. Sie quartierten sich in den Gasthäusern und in Bauernhöfen ein. Die Unterkünfte waren bescheiden, ohne fließendem Wasser und Spühltoiletten.

Die Reiseschriftsteller Noe, Bodenstedt und Max Haushofer machten unsere Gegend in ihren Schilderungen bekannt und gelten somit als die Wegbereiter der Sommerfrische.

Schnell wurde erkannt, daß die „Sommerfrischler“ ein wenig Geld ins Haus brachten, welches dann in die Unterkünfte investiert wurde. Bald wurde ein Ortsverschönerungsverein gegründet, der die Zimmervermittlung und die für den Aufenthalt erforderlichen Verbesserungen übernahm. Im Jahr 1914 wurde der Verkehrsverein Chieming gegründet. Am See wurde ein Kiosk mit Aufenthaltsraum für die wartenden Schiffsgäste gebaut. Von hier aus wurden die mit dem Schiff ankommenden Gäste von den Vermietern abgeholt, bis diese dann ein geregelter Busverkehr von Traunsteiner Bahnhof nach Chieming beförderte.

Die Bauernhöfe stellten sich auf die Gäste ein und brachten Balkone im 1. Stock
an ihre Häuser an. Eine Badeanstalt am See wurde errichtet und 1878 neben dem ehemaligen Wirtshaus Marienbad sogar einige Wannenbäder betrieben.
Hier wurde das Mineralwasser der entspringenden Frauenbachquelle für die Kuranwendungen verwendet.

Die Gewerbeanmeldungen für die Sommerfrische ab 1872 berichtet von Wirtshäusern, von Badeärzten, Badern und Musikanten, ein fotografischer Betrieb mit Ansichtskartenverlag, eine Konditorei mit Flaschenbierhandlung, eine Auto-Personenbeförderung, ein Bootsverleih und der erste Eisverkauf mit Milchausschank wurde für die Gäste angeboten.
 
Für die Kinder der Vermieter bedeutete die Sommerzeit, dass sie auf dem Dachboden schliefen, um die Zimmer für die Gäste bereitzuhalten. Verschiedentlich erhielten sie auch ein kleines Trinkgeld für den Koffertransport mit dem Milliwagerl bei der Ankunft und Abreise. Später waren auch Familien mit ihren Töchtern gern gesehene Gäste. Bei den verschiedensten Tanz- oder sonstigen Veranstaltungen knüpften sich manche zarte Bande, die oft über Jahrzehnte anhielten und wodurch viele Sommerfrischler zu treuen Stammgästen wurden.

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